vor 70 Jahren: Grand Prix von Nizza am 22.4.1946

André Kämpf

Grand Prix Nizza 1946
Volle Fahrt voraus in Nizza - und das schon 1946!

Europa liegt noch in Trümmern. Der zweite Weltkrieg wirft lange Schatten auch auf die Motorsportwelt, die doch bis unmittelbar vor dem zweiten Weltkrieg ihr vielleicht bis heute schillerndstes Kapitel erlebt hatte. Nachdem es schon im Herbst 1945 in Paris im Bois de Bologne erste bescheidene Gehversuche gegeben hatte, sich wieder automobilsportlich zu betätigen, findet am 22.April 1946 vor wunderschöner Kulisse an der berühmten Promenade des Anglais das erste Rennen der ersten ofiziellen Grand-Prix-Nachkriegssaison statt. Bei nicht allzu strenger Auslegung der Nomenklatur kann der 46er Nizza-Grand-Prix durchaus als erstes Fomel-1-Rennen der Geschichte bezeichnet werden.

 

Wen wundert's: deutsche Fahrer sind hier unerwünscht. Hatten sie noch bis unmittelbar vor dem zweiten Weltkrieg mit ihren Auto-Union- und Mercedes-Boliden die europäische Konkurrenz in Grund und Boden gefahren, müssen sie nun erstmal ganz kleine Brötchen backen. Es wird noch einige Jahre dauern, bis Fahrer und Fahrzeuge aus Deutschland wieder nennenswert, dann aber mit Nachdruck, in Erscheinung treten (dürfen). Die Weltmeister-Paarung Mercedes-Benz/Juan Manuel Fangio in den Jahren 1954 und 1955 ist bis heute Legende.

Das Rennen von 1946

Beherrscht wird das Rennen infolge dessen von Fahrzeugen und Fahrern aus Frankreich und Italien. Maserati 4CL, Alfa Romeo 308 und Delahaye 135S bestimmen den Rennverlauf und machen die Podiumsplätze unter sich aus. Der siegreiche Mailänder Luigi Villoresi (1909 - 1997), begann Anfang der 1930er Jahre seine Motorsportkarriere und gehörte bereits vor dem zweiten Weltkrieg zum Maserati-Werksteam. Auch wenn er nie Weltmeister werden konnte, hatte er noch viele erfolgreiche Jahre vor sich, insbesondere auf Maserati, Ferrari und Lancia, wobei zu den Höhepunkten seiner Karriere sein Sieg bei der Mille Miglia 1953 gezählt werden muss.

 

Die besonders enge Freundschaft zu seinem Landsmann Alberto Ascari und dessen früher Tod 1955 mit 36 Jahren bei Testfahrten in Monza war schließlich ausschlaggebend für seinen Rücktritt vom aktiven Rennsport. Wie man sich leicht vorstellen kann, werden ihm auch die schrecklichen Ereignisse von Le Mans am 11. Juni 1955 bei der bislang schwersten Katastrophe im Motorsport zugesetzt haben.

Und so weiß der damals siegreiche Maserati 4C noch heute zu beeindrucken

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