Die 1960er-Jahre

Artikel mit dem Tag "1960ies"

Grand Prix von Monaco: 1966 war ein ganz besonderer Jahrgang

André Kämpf

Der an diesem Wochenende bereits zum 74. Mal ausgetragene Grand Prix von Monaco ist Legende. Er nimmt im Grand Prix Circus eine herausragende, wenn nicht die herausragende Stellung ein und wird von vielen auf eine Stufe gestellt mit den 24 Stunden von Le Mans und den 500 Meilen von Indianapolis. Mit Sicherheit ist es das verrückteste Formel-1-Rennen der ganzen Saison. Hier kommt alles zusammen:  elitärer Glamour, teils haarsträubende, durch die extreme Enge bedingte Arbeitsbedingungen im Fahrerlager, extreme Beanspruchung von Fahrer und Material - und das alles vor grandioser Architektur- und Naturkulisse. Die ganz spezielle fahrerische Herausforderung eines Stadtkurses wie Monaco bringt ein von Nelson Piquet überliefertes Zitat besonders anschaulich auf den Punkt: "Formel 1 fahren in Monaco ist wie Hubschrauberfliegen im Wohnzimmer." Dass es bei unter diesen Umstäden schwer zu realisierenden optimalen Sicherheitsstandards in der Geschichte des Grand Prix von Monaco erst einen Todesfall zu beklagen gibt, grenzt dabei schon fast an ein Wunder. Der Italiener Lorenzo Bandini ist 1967 der Unglückliche, der offenbar dem Druck nicht standhalten kann, nach zwei hervorragenden zweiten Plätzen 1965 und 1966 (dem Rennen, das es hier nun gleich zu besprechen gilt), zum Saisonauftakt 1967 nun doch endlich die von seinen Landsleuten herbeigesehnten Siegeslorbeeren einzufahren. Er zerschellt an der Kaimauer kurz hinter der Schikane und das dabei entstehende Flammenmeer läßt ihm keine Chance. Weniger Tage später erliegt er im Krankenhaus seinen Verletzungen.

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Ein ziemlich verrückter Vogelkäfig: Maserati Tipo 60/61 "Birdcage"

André Kämpf

Maserati Tipo 61 Birdcage
Wie ein in geduckter Haltung zum Sprung bereites Tier

Es gibt in der Geschichte des Motorsports sicher eine Menge deutlich erfolgreichere Fahrzeuge. Es gibt sicher auch nicht wenige, die ihn an Rasse und Eleganz überstrahlen. Und trotzdem kann sich kaum jemand der eigenartigen Faszination entziehen, die der Maserati Tipo 60/61 "Birdcage" auf alle die ausübt, die für seine Formensprache offen sind. Diese Faszination ist zum einen rein sinnlicher Natur, ergibt sich aber auch aus seiner technischen Finesse und seiner Vita als ein aus der Not heraus geborenes Kind.

 

Über Ästhetik oder ästhetisches Empfinden lässt sich sicher trefflich streiten. Dem Designer des Maserati Tipo 60/61 ist selbiges aber schwerlich abzusprechen, denn er hat verstanden, worum es bei gut gemachtem Autobildesign geht (und wir reden hier sicher nicht vom aktuellen Car-Design): Nicht zuletzt erotische Urinstinkte sollen aus der Reserve gelockt werden. Ähnlich wie beim weiblichen Geschlecht verfehlt auch beim Automobil ein Design-Prinzip nie seine Wirkung beim (zumeist männlichen) Betrachter: Rundungen in wohlabgewogenen Proportionen müssen her! Und davon hat der Tipo 60/61, im Volksmund "Birdcage" genannt, nach der unbescheidenen Meinung des Verfassers einige zu bieten.

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